Bewegende Momente bei der Einweihung der neuen Gedenkstätte für die Kinder der ausgebeuteten Osteuropäerinnen in Wichlinghausen

Am Samstag, den 07. Oktober 2017 wurde die neue Gedenkstätte für die Kinder der ausgebeuteten Osteuropäerinnen auf dem Friedhof Friedhofstraße in Wichlinghausen mit einer Feierstunde eröffnet. Auch ehemalige Schüler und Schülerinnen des CDGs haben dieser Stunde beigewohnt und aktiv mitgestaltet. Im Rahmen einer Projektgruppe zur Gestaltung des Holocaustgedenktages der Stadt Wuppertal 2016 hatten sich die Schüler und Schülerinnen mit den Schicksalen der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und ihren Kindern unter der Leitung von Frau Hummerich, Frau Israel und Frau Schreiber  beschäftigt.  

Besonders bewegend war, dass Lujsja Shatylo aus der Ukraine bei der Feierstunde dabei sein konnte. Sie ist die Tochter der ehemaligen Zwangsarbeiterin Tatjana Afanasjewna Bilyh, die 1944 einen Sohn namens Wiktor Titow gebar. Wiktor starb bereits mit 14 Monaten. Da Tatjana auch als Mutter von einem Säugling weiterhin Zwangsarbeit verrichten musste, war sie gezwungen Wiktor in ein einem Hort abzugeben. Dort starb er schwer vernachlässigt, getrennt von seiner Mutter. Zusammen mit 25 Säuglingen und Kleinkindern wurde er an dem Ort, wo heute die Gedenkstätte ist, begraben. Lujsja Shatylo konnte somit zum ersten Mal am Gedenkstein ihres Bruders stehen und trauern; ihre Mutter war leider letztes Jahr verstorben.

Mit der Eröffnung der Gedenkstätte ist das Projekt für die Schüler und Schülerinnen des CDGs zunächst beendet, aber sowohl Frau Hummerich als auch Frau Israel wollen den Besuch der Gedenkstätte für weitere Schüler und Schülerinnen ermöglichen, damit das Schicksal der Zwangsarbeiterinnen aus Osteuropa und ihren Kindern nicht in Vergessenheit gerät und ihrem Leid gedacht wird.

Den Zeitungsartikel der WZ dazu finden Sie hier